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Defektes Handy verkaufen — was geht, was nicht

Auch kaputt ist es Geld wert

Ein Smartphone mit Displaybruch ist kein Elektroschrott. Ankäufer, die defekte Geräte annehmen, verwerten sie auf zwei Wegen: Geräte mit überschaubaren Schäden werden repariert und als Refurbished-Ware weiterverkauft, der Rest dient als Ersatzteilspender — Platinen, Kameras und Gehäuseteile sind einzeln gefragt. Deshalb bekommst du auch für ein Gerät, das nicht mehr angeht, oft noch einen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Betrag.

Als grober Richtwert: Ein reiner Displayschaden kostet je nach Modell etwa die Hälfte des Ankaufswerts, ein Gerät, das gar nicht mehr startet, liegt deutlich darunter. Je neuer und gefragter das Modell, desto mehr bleibt übrig — ein zwei Jahre altes Pro-Modell mit Sprung im Glas bringt meist mehr als ein fünf Jahre altes Gerät in gutem Zustand.

Was als Defekt zählt

In den Zustandsstufen der Partner ist „defekt" breiter, als viele denken:

  • Display: Risse oder Sprünge im Glas, Pixelfehler, Einbrennen (sichtbare Schatten bei einfarbigem Hintergrund), Touch reagiert nicht überall.
  • Akku: Gerät geht unter Last aus oder der Akku ist aufgebläht. Eine Maximalkapazität unter 80 % gilt je nach Partner als Mangel, nicht zwingend als Defekt — gib den Wert einfach ehrlich an.
  • Wasserschaden: Auch wenn das Gerät noch läuft. Der Indikator im SIM-Schacht verrät den Kontakt mit Flüssigkeit, und Korrosion kommt oft erst Wochen später.
  • Funktionsausfälle: Kamera, Lautsprecher, Mikrofon, Face ID / Fingerabdrucksensor, einzelne Tasten.

Nicht ankaufbar ist ein Gerät mit aktiver Aktivierungssperre (Apple „Wo ist?" bzw. Google-Kontoschutz). Das ist kein technischer Defekt, sondern ein Eigentumsnachweis-Problem — ohne Abmeldung nimmt es kein seriöser Partner an. Wie du die Sperre loswirst, steht im Ratgeber Daten sicher löschen.

Ehrlich angeben zahlt sich aus

Beim Verkauf wählst du die Zustandsstufe selbst — und der Partner prüft nach Wareneingang. Wer einen Wasserschaden verschweigt, bekommt kein besseres Angebot, sondern eine nachträgliche Preiskürzung oder das Gerät zurück, inklusive Wartezeit. Unser Zustands-Check fragt die Punkte ab, auf die Ankäufer typischerweise achten; im Zweifel hilft der Ratgeber Zustand bewerten.

In der Vergleichsliste siehst du an jedem Partner, ob er defekte Geräte annimmt. Partner, die keine defekten Geräte annehmen, blenden wir für die Stufe „defekt" aus — du siehst also nur Portale, die dein Gerät auch wirklich nehmen.

Daten löschen, wenn das Display schwarz bleibt

Auch ein Gerät, das du nicht mehr bedienen kannst, lässt sich aus der Ferne löschen:

  • iPhone: Auf icloud.com/find das Gerät auswählen und „Löschen" anstoßen. Die Löschung läuft, sobald das Gerät das nächste Mal Strom und Netz hat. Danach das Gerät aus dem Konto entfernen — das hebt auch die Aktivierungssperre auf.
  • Android: Auf google.com/android/find funktioniert dasselbe über „Gerät löschen", anschließend das Gerät aus dem Google-Konto entfernen.

Reparieren oder verkaufen?

Eine Display-Reparatur beim Hersteller kostet je nach Modell 200 bis 400 Euro — das lohnt sich nur, wenn du das Gerät selbst weiternutzen willst. Für den Verkauf rechnet sie sich fast nie: Der Ankaufswert steigt durch die Reparatur selten um mehr als die Reparaturkosten. Verkauf im Ist-Zustand ist meist die nüchternere Rechnung, und ökologisch sinnvoll obendrein — warum, steht auf unserer Seite zur Nachhaltigkeit.